Xen 4.0

11. April 2010 | Von | Kategorie: Virtualisierung

Im letzten Jahr habe ich mich sehr schwer getan, XEN für neue Projekte noch zu empfehlen. Teilweise bin ich soweit gegangen, zu behaupten XEN sei tot. Nun hat sich XEN mit einem Paukenschlag in der Version 4.0 zurückgemeldet. Die neuen Funktionen sind so faszinierend, dass der Versionssprung auf die Nummer 4 tatsächlich begründet ist:

  • Aktuelle Kernel-Version. In der Vergangenheit hat das XEN-Entwickler-Team lediglich die Modifikationen für den Kernel 2.6.18 gepflegt. Dies hat dazu geführt, dass zum Beispiel die Fedora Distribution seit mehreren Versionen keine Unterstützung als Dom0 für XEN mehr bietet. RedHat hat sogar für die nächste kommerzielle Version RHEL 6 XEN abgekündigt. Nun unterstützt XEN 4.0 den Kernel 2.6.31. Weitere Patchsets für 2.6.18 und 2.6.32 werden auch zur Verfügung gestellt. Hierzu nutzt XEN nun die offizielle Kernel-Schnittstelle pv_ops.
  • Fehlertoleranz. XEN hat das Remus-Projekt integriert. Hiermit können auf einem zweiten XEN-Host Schattenkopien der virtuellen Gäste mitlaufen, die bei einem Ausfall des ersten Hosts automatisch die Ausführung übernehmen. Dies war bisher nur kommerziellen Lösungen (z.B. VMware Fault Tolerance) vorbehalten.
  • PV-USB. Einzelne USB-Geräte können nun ähnlich wie bei KVM durchgereicht werden.
  • Netchannel2. Hiermit können die Funktionen intelligenter Netzwerkkarten besser genutzt werden und so die Geschwindigkeit verbessert werden.
  • Transcendent Memory. XEN kann ungenutzten Arbeitsspeicher einzelner Gäste wiederverwenden.
  • Page Sharing. XEN erkennt, wenn mehrere Gäste gleiche Informationen im Arbeitsspeicher lagern. Diese Speicherseiten können dann von mehrere Gästen gemeinsam genutzt werden. Dadurch ist die gesamte Speicherauslastung noch besser.

In den nächsten Tagen und Wochen werden wir unseren Kurs „Virtualisierung mit XEN“ entsprechend auf XEN 4 aktualisieren. Hierbei werde ich meine weiteren Erkenntnisse, Probleme, Ratschläge für die Migration etc. auch in diesem Blog posten.  Vielleicht ist XEN wieder ein ernstzunehmender Kandidat für die Virtualisierung geworden.

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